Jakob Maurer, Delegierter des Quartierverein Höngg

Ringling: ein für Höngg und den Rütihof schlechtes Projekt

Wichtiges Areal
Ringling soll auf dem letzten grossen Areal in Höngg und auf einer der letzten,   markanten Baulandreserven der Stadt gebaut werden. Das Areal befindet sich an einem für die umgebende Landschaft, das Quartier Rütihof und ganz Höngg prominenten Ort. Das Areal gehört zur dreigeschossigen Bauzone und umfasst 31‘600 m2. Dessen Überbauung bedarf grosser Sorgfalt. Viele Menschen und ganz Höngg werden während Jahrzehnten hinweg damit leben müssen.

Ein Koloss
Ringling ist ein Koloss miteinander verbundener Scheibenhochäuser (Platten) von zusammen 650m Länge. Der Koloss hat meistens eine Höhe zwischen 20 und 25 m oder 6 bis 8 Geschosse. Die Fassaden sind uniform. Der Koloss steht in krassem Gegensatz zur geltenden Regelbauweise. Die Stadt müsste für dieses Projekt extreme Ausnahmen gewähren. Deshalb trägt die Stadt die Verantwortung.

Zitate des Beurteilungsgremiums, die für sich selber sprechen ! (Sie - die Bauetappe - steht für „Ringling“):
„Die enorme Dimension erinnert an die Wohnhöfe des grossmassstäblichen Genossenschaftswohnungsbaus der Zwischenkriegszeit, ihre schiere Grösse verleiht ihr eine
kollektive Dimension.“ Und weiter: „Damit entspricht sie keinem übergeordneten städtischen Gefüge“

Tor zu Höngg und zum Rütihof
Der Koloss steht an einem wichtigen Tor zu Höngg und direkt am Zugang zum Quartier Rütihof mit heute über 3‘000 Einwohner, die noch auf rund 4‘000 zunehmen werden. Der Koloss dominiert und verunstaltet die noch wunderschöne Landschaft. Er beschädigt das ganze Quartier und das Bild von Höngg.

Kollektive Haltung
Der Koloss demonstriert ein kollektives Ziel. Die Befürworter unterwerfen sich einer architektonischen (einer politischen?) Ideologie.

Weit bessere Projekte.
Die bis jetzt geltende Konzeption sah vor, die in der Überbauung entlang des Stelzenackers schon begonnene Einrahmung des Areales mit einem bewaldeten Wall fortzusetzen. Mehrere im Wettbewerb eingereichte Projekte richteten sich danach. Sie zeigten, wie eine nach allen Seiten gelockerte Überbauung entstehen könnte, die keinen scharfen Gegensatz zur gesamten Umgebung provoziert sondern sich in die Landschaft und das Quartier einfügt.

Verfehlte Hofüberbauung.
An diesem Ort mit den kurzen Wegen zu ausgedehnten Freiflächenist eine Hofüberbauung grundfalsch. Verkehrliche Erschliessung gefährdet Zu- und Wegfahrt zum Quartier. Die verkehrliche Erschliessung gefährdet die einzige Zu- und Wegfahrt zum Quartier Rütihof, namentlich auch unter erschwerten Bedingungen (Wetter, Unfälle, Bauarbeiten usw.) Sie bedingt kostspielige Umbauten der Frankentaler- / Geeringstrasse. Rund 4‘000 Einwohner mit 2‘000 Autos und drei Buslinien sind betroffen.

Beurteilungsgremium: verwaltungsinterne Berater
Das Hochbaudepartement übernahm die Empfehlungen des Beurteilungsgremiums. Dieses entspricht einer verwaltungsinternen Fassung vom 8. Januar 2008.
Expertenkommission. Das Hochbaudepartement wählte die Mitglieder, vielleicht zusammen mit den vorgesehenen Bauträgern. Ein Beamter des Hochbaudepartement übernahm den Vorsitz. Ein einziges Amt bestimmte das Verfahren, und soll danach extreme Ausnahmen gewähren. Diese unverständliche Verflechtung und Vermischung von Aufgaben und Zuständigkeiten ist eine Ursache für den schweren Fehler, Ringling bauen zu wollen.

Fehlende Sorgfalt und Gründlichkeit
Das Beurteilungsgremium hat seine Anträge schriftlich festgehalten. Sein Bericht belegt, dass die für ein Projekt dieser Grössenordnung unerlässliche Sorgfalt und Gründlichkeit fehlt. Zum Beispiel:
1. Bei der Beurteilung wurde kein dreidimensionales Modelle des Geländes und der Baukörper verwendet (Ringling und weitere Umgebung). Es wurden keine Stangen auf dem Gelände errichtet um wichtige Dimensionen zu markieren. Beides zusammen hätte erlaubt die Ausmasse des Kolosses korrekt wahrzunehmen.
2. Wichtige städtebauliche und landschaftliche Fragen wurden nicht erörtert, die Ringling als Teil des ganzen Quartier Rütihof und der angrenzende Landschaft betreffen. Dazu gehören die Übergänge zur Landschaft, das Verhältnis der Baukörper untereinander, die Wahrnehmung räumlicher Abschnitte und Einheiten, das Fusswegnetz und dessen Verbindung zu „Ringling“, und die Überprüfung der Lage und Funktion des Quartierplatzes im Zusammenhang mit zu erhaltenden Läden.
3. Die Beurteilung von „Ringling“ wie die Empfehlungen des Beurteilungsgremiums enthalten keine Angaben über die verkehrlich, finanziell und rechtlich sehr problematische äussere und innere Erschliessung.
4. Für wichtige Vorhaben sind unabhängige Zweitmeinungen unerlässlich. Im Rechtswesen kontrollieren höhere Gerichte erste Entscheide. Vor schwierigen Operationen wird ein zweiter Arzt für eine Expertise beigezogen. Für „Ringling“ wurde auf eine kompetente und gründliche Zweitmeinung verzichtet.

Weitere Mängel
Auf die weiteren Mängel des Projektes wird hier nicht eingetreten wie zum Beispiel die problematische äussere und interne Erschliessung samt den Zufahrten (zum Beispiel zum Laden), die Akustik, die Schwierigkeiten bei den Ecken des Hofes usw.

Schlussfolgerung
Das Areal ist Bauland. Es geht nicht um Bauen ja oder nein. Es geht darum ein für Höngg und den Rütihof schlechtes Projekt zu verhindern.

Jakob Maurer, Delegierter des QV Höngg
RINGLING ein Unding
RINGLING ein Unding
Information gegen das Bauprojekt RINGLING im Rütihof-Quartier Zürich-Höngg
Information gegen das Bauprojekt RINGLING im Rütihof-Quartier Zürich-Höngg